Was Journalisten wollen: Drei Dinge, die Sie überraschen werden
Was Journalisten wollen: Drei Dinge, die Sie überraschen werden
2017-06-01 15:52

Was Journalisten wollen: Drei Dinge, die Sie überraschen werden

Kommen wir gleich zum Punkt: Journalisten ticken nicht anders als wir alle. Sie wollen beruflichen Erfolg, Anerkennung vom Vorgesetzten und wieder nach Hause. Für den Erfolg müssen Journalisten veröffentlichen. Dafür brauchen sie eine gute Geschichte – eine Nachricht oder ein Thema, in das sie sich gern hineinversenken und das mit dem Ethos eines Journalisten vereinbar ist. Für den zufriedenen Chef müssen sie pünktlich liefern. Wenn Journalisten ihren Text mit Herzblut niederschreiben können, hilft das. Für die baldige Heimkehr brauchen Journalisten schnelle und verlässliche Auskünfte. Verzögerungen, Vertröstungen und Verkürzungen können sich auf die Stimmung und damit auf die Berichterstattung auswirken.

Was muss eine Geschichte bieten, damit sie zündet? Ganz vorn: Neuigkeiten mit Nachrichtenwert. Das kann eine aktuelle Entwicklung sein, etwas Begeisterndes oder ein Drama. Tatsachen mit belastbaren Zahlen verleihen Substanz, konkrete Beispiele und Bilder veranschaulichen, Zitate von Verantwortlichen, Betroffenen und Beteiligten machen eine Meldung lebendig. Wir bereiten Presseinformationen für unsere Kunden entsprechend auf. Bleibt die ausgeglichene Betrachtung. Auch wenn Sie mit Recht von Ihrem Produkt oder Ihrer Dienstleistung begeistert sind: PR ist keine Werbung oder Propaganda. Journalisten lassen sich nicht instrumentalisieren. Bleiben Sie leidenschaftlich-nüchtern.

Wer Aufmerksamkeit sucht, muss sich auch auf kritische Fragen, auf die Verbreitung unliebsamer Fakten und auf negative Kommentierungen einstellen. Zur Vorbereitung lohnt es sich deshalb, lange vorab eine Frage-/Antwort-Sammlung zu möglichen kritischen Punkten zu erstellen. Aufrichtigkeit und die aktive Ansprache ausgesuchter Medienvertreter ist immer noch die beste Krisenprävention und kann eine entwaffnende Wirkung haben. Wer gute Kontakte zu den Medien pflegt, kann auch im Krisenfall auf eine überwiegend ausgeglichene Berichterstattung vertrauen. Bleiben Sie trotz allem mit Ihren Erwartungen realistisch.

Was für Sie durch den täglichen Umgang als Selbstgänger erscheinen mag, ist für Journalisten nicht automatisch ebenfalls interessant. Außerdem sind wir Menschen anfällig für Wahrnehmungsverzerrungen und abkürzende Urteilsprozesse – von Bestätigungstendenzen bis zu Verfügbarkeits-, Anker- und Affektheuristiken. Journalisten sind davon nicht ausgenommen. Medienarbeit braucht manchmal einfach Zeit – für den Kontaktaufbau und für die Überzeugungsarbeit.

Dr. Christoph Prang

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